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 Historische Fakten
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Beiträge: 497

01.11.2010 14:00
RE: Deutscher Tourenwagensport antworten

Bis 1972 gab es viele verschiedene Klassen in denen Tourenwagen bei Rundstrecken- und Bergrennen antraten. Erst mit dem Beginn der DRM 1972 wurde der Tourenwagensport in Deutschland vereinheitlicht. D.h. es gab nur noch 2 Klassen: >2Liter Hubraum die Division I und <2Liter Hubraum die Division II.
Und von 1972-76 fuhren dort die Gr.2-Tourenwagen gegeneinander. In der Division I geprägt durch BMW 3,0CSL, Ford Capri RS und Porsche 911 und in der Division II durch BMW 2002, Ford Escort und VW-Porsche 914.
Ab 1977 wurde das Reglement erweitert und somit waren Gr.4-GT-Fahrzeuge und Gr.5-Rennwagen zugelassen. Dadurch änderte sich das Bild der DRM. Jetzt fuhren breite hochgezüchtete Rennwagen, die mit den Straßenauto nur noch wenig gemeinsam hatten. Damit aber die "alten" Tourenwagen der Gr.2 auch noch fuhren, wurde innerhalb der DRM die Deutsche Rennsporttrophäe geschaffen. Hier fuhren dann Gr.2- (BMW 320, Ford Escort MK II,...) und Gr.4-Rennwagen (Porsche 934, BMW M1,...) jeweils in den DRM-Divisionen mit. Zwar waren sie eher ein Hindernis, aber sie füllten die Starterfelder auf.
Da aber die Entwicklung in der DRM immer weiter ging, wurden auch die Gr.5-Renner immer teurer. Für einen Zakspeed-Capri konnte man sich damals auch einen Formel I-Boliden kaufen.
Bis 1981 waren in der DRM ausschließlich Gr.5-Wagen zugelassen. Ab 1982 wurde das Reglement wieder erweitert. Diesmal sollten die neuen Gr.C-Renner dazukommen. Und um das Feld weiter aufzufüllen wurden 1982 auch Gr.6-Rennwagen (z.B.Porsche 936) zugelassen.
Die Folge war, daß dann ab 1983 nur noch die Gr.C-Fahrzeuge dominierten und die DRM bis 1984 unter ihrem Namen weitergeführt wurde. Ab 1985 hieß sie dann Deutsche Sportwagen Meisterschaft.
Die alten Gr.2-Tourenwagen waren schon in ihrer Deutschen Rennsporttrophäe ausgegliedert und fuhren ihre eigenen Rennen.

Um jetzt wieder auf den ursprünglichen Tourenwagen-Charakter zurückzukommen, wurde dann ab 1984 die Deutsche Produkionswagen Meisterschaft (DPM) gegründet. Es gab nochmals eine Namenänderung, aber hier fuhren dann wieder Tourenwagen, wie sie im Straßenbild zu sehen waren. Erst die Rover Vitesse, Volvo 240, Ford Capri III, BMW 323, BMW 635 usw. gegeneinander. Dann wurde die diese Rennserie immer interessanter und die Werke begannen sich dafür zu interessieren. Aus der DPM wurde die DTM (Deutsche Tourenwagen Meisterschaft). Und hier begann dann eine glorreiche erfolgreiche Zeit, aus der die heutige DTM immer noch zehrt. Jetzt kam es zu Duellen zwischen BMW M3 (BMW wechselte von Masse auf Klasse ), Ford Sierra Cosworth, Audi V8 und Mercedes 190. Aber es ging nicht lange gut und BMW (Spritzwand) und Audi (Kurbelwelle) verließen die DTM. Jetzt wurde das technische Reglement immer weiter freigegeben und Alfa, Opel und Mercedes hießen jetzt die Gegner. Aber es wurde immer weiter wettgerüstet, daß 1996 die DTM am Ende war. Die Fahrzeuge waren soweit technisch hochentwickelt, sodaß sie zu teuer wurden (siehe Gr.5-DRM).
Nebenbei gab es aber wieder die einfachen 2Liter-Tourenwagen. Die Klasse nannte sich STW und war weltweit sehr beliebt. In Großbritannien kam es in der Meisterschaft zu legendären Rennen zwischen vielen Herstellern.
Die STW war die eigentliche alte DTM.
Rad an Rad-Duelle und wilde Überholmanöver....

Ab 2000 sollte dann die DTM wieder neubelebt werden. Mercedes, Opel und Audi (damals mit dem TT) fuhren jetzt in der Deutschen Tourenwagen Masters. Aber es wurde nicht aus Fehlern gelernt. Obwohl kostenniedrige 8Zylinder-Motoren verwendet werden, wurde wieder alles erlaubt, was die Techniker sich so ausdachten. Die heutige DTM-Fahrzeuge sind daher keine Tourenwagen mehr, sondern eher Formel-Fahrzeuge mit Silhouetten-Karosserie. Breit wie die alten Gr. 5, gebrechlich aber wie Formel-Boliden. Auch wurde der Abtrieb so entscheidend, daß DTM-Fahrzeuge nicht mehr dicht hintereinander herfahren können. Um ein wenig Spannung und Positionswechsel in die Angelegenheit zu bringen, wurden 2 Pflichtboxenstopps erschaffen. Wenn sie sich nicht mehr auf der Piste überholen, dann halt durch Boxenstopps.
Wenn es nicht gerade regnet, dann hat sich so ein DTM-Feld nach 1-2Runden sortiert und es beginnt eine Prozessionsfahrt. Auch griffen die Marketingabteilungen ins Geschehen ein und verkürzten die Strecken und somit evtl. Überholmöglichkeiten.
Ab 2012 soll es wieder besser werden, hoffentlich. BMW und Opel steigen wieder in die DTM ein und man kann nur hoffen, daß die Fahrzeuge wieder stabiler werden und nicht mehr die Techniker und Ingenieure die Entwicklung maßgeblich bestimmen.

Aber es gab ja noch die STW... . Sie wurde aber auch eingestellt und durch die ETCC ersetzt (und in Deutschland als Procar-Serie). Eine Tourenwagen-Serie auf europäischen Tourenwagenformat. Daraus entstand auch eine Weltmeisterschaft : Die WTCC. In ihr fahren BMW, Seat, Chevrolet,.... gegeneinander. Und hier gibt es wieder den Tourenwagensport der alten Zeit. Rad an Rad-Duelle und leichte Rempler (die nicht sofort zum Ausfall führen). Allerdings ließ man hier Dieselfahrzeuge zu und schaffte sich damit neuen Ärger. Aber auch hier wird es eine Änderung geben. Es wird der Weltmotor 1,4Liter-Turbolader eingeführt. Man darf dann gespannt sein, wer sich alles daran beteiligt. BMW geht ja schließlich wieder in die DTM. Und mit GT2, DTM und WTCC haben sie dann 3 Rennserien.....da fällt bestimmt wieder was weg....

Fazit:
Egal was passierte....die normalen Tourenwagen kamen immer wieder. Erst in der DRM, dann in der Rennsporttrophäe, DPM, DTM, STW und WTCC.
Und hier wird halt Motorsport geboten, wie die richtigen Fans es mögen und nicht wie eine Marketingabteilung es vorschreibt.



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