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 Historisches GT
hawk01 Offline




Beiträge: 2.263

29.07.2010 10:23
RE: Historie FIA - GT antworten

Für unsere MiniZ-Serie haben wir ja die FIA-GT als Grundlage genommen, aber was ist überhaupt die FIA-GT? Hier mal ein bißchen Historie....


Sportwagen- und GT-Rennen hat es schon seit den `50iger Jahren gegeben. Damals fuhren Maserati, Aston Martin, Jaguar, Mercedes, Porsche und Ferrari gegeneinander. Der Höhepunkt der Sportwagen war Mitte der `60iger bis Anfang der `70iger Jahre. Damals kamen mehr Zuschauer zu Sportwagenrennen (um die Porsche 917 zu sehen) als zur Formel I.
Allerdings hat schon damals die oberste Motorsportbehörde FISA erfolgreich die Sportwagenrennen abgewürgt. Erst mit Einführung der Gruppe C im Jahre 1982 begann für die Sportwagen wieder eine Boomphase. Allerdings nur 10Jahre lang, da hatte ein kleiner Engländer (war der Name nicht Ekelstein?) etwas dagegen. Er wollte unbedingt die Werke Mercedes, Jaguar, Toyota und Peugeot in die Formel I lotsen. Das gelang auch und somit ging die Gruppe C Anfang der `90iger Jahre ihrem Ende entgegen.
Aber 3 Männer hatten etwas dagegen: Barth (Porsche), Peter und Ratel. Es wurden damals Stimmen laut, die die teuren Gr.C-Renner durch preiswertere Straßensportwagen ersetzen wollten. Es gab ja Porsche 911, Ferrari F40, Corvette usw. Warum daraus keine Rennserie machen? So kam es zur BPR-Serie, benannt nach den Anfangsbuchstaben der 3 Herren.

1994 gab es schon 8Rennen (Paul Ricard, Jarama, Dijon, Paris, Spa, Vallelunga, Suzuka und Lakewood). Folgende Fahrzeugtypen waren vertreten: Porsche 911 Turbo, Porsche 968, Porsche Carrera 2, Venturi 600 LM, Venturi 400, Ferrari F40, Callaway Corvette, Honda NSX, Ferrari 348,Honda SK, Lotus Esprit,... Allerdings bestanden die Starterfelder zum größten Teil aus Porsche und Venturi. In Jarama war es fast ein Porsche-Cup.
1995 und 1996 wurde die Rennserie weiter ausgebaut und jetzt tauchten auch die BMW-McLaren F1, Dogde Viper, Lister Storm, Jaguar XJ220, De Tomaso Pantera, usw. auf. Die BMW-McLaren dominierten bald die Serie. Zwar waren die Ferrari F40 verdammt schnell, aber die Haltbarkeit war nicht gegeben.

1996 stellte Porsche fest, daß mit dem Turbo keine Gesamtsiege mehr zu erzielen waren. Daher schöpfte man das Reglement rigoros aus und entwickelte den Porsche 911 GT1. In 3 Testrennen (in Spa war ich dabei) zeigte der Porsche GT1 seine Überlegenheit.
Für 1997 ließ Ratel jetzt auch die Werkswagen zu. Porsche paßte den GT1 an, BMW nahm den McLaren als Basis und baute daraus einen Langheck. Und Mercedes...die bauten in wenigen Monaten einen CLK GT1, der außer einem Mercedes-Stern nichts mehr mit einem Straßenfahrzeug gemein hatte. Schon mußte Porsche reagieren. Sie brachten den GT1 Evo (mit Spiegeleierscheinwerfer) heraus und das führte sofort zu Kritik seitens der Kundenteams, die die "alten" GT1 gekauft hatten. Der Erfolg, wie bei den 935 und 962, stellte sich nicht ein. Das Duell hieß BMW gegen Mercedes.
1998 stieg BMW aus, weil sie einen reinen Rennwagen hätten bauen müssen (das taten sie dann im Prototypenbereich mit dem BMW V12). Bereits 1997 kam Panoz mit einem Coupe in die Serie, die jetzt nicht mehr BPR-Rennserie hieß, sondern FIA-GT. Don Panoz gab den Auftrag: "Ein amerikanischer Sportwagen muß den Motor vorne haben!". Allerdings litt der Panoz in seiner ersten Saison noch an diversen "Kinderkrankheiten".
1998 standen sich dann wieder Mercedes und Porsche, diesmal mit einem neuen GT1 (kein 911 mehr) gegenüber. Mercedes dominierte, da Porsche mit der Anordnung des Luftmengenbegrenzers benachteiligt war. Nur in Suzuka lag Porsche gut im Rennen. Dort wurde allerdings der führende Porsche von einem Mercedes getroffen und beide landeten im Kiesbett. Die Japaner zogen den Mercedes zuerst heraus und dann später den Porsche. Auch im richtigen Rennen gibt es halt Ungerechtigkeiten, nicht nur bei unseren Slotrennen... .
Der Panoz zeigte jetzt wie schnell er sein konnte und Thomas Bscher setzte einen privaten schwarzen Davidoff-McLaren F1 GTR LH ein.
Allerdings gewann Porsche 1998 zum letzten Mal Le Mans und so konnte man doch noch einen wichtigen Erfolg verbuchen.
Aber nur 3 Werke in einer Serie....das konnte nicht gutgehen.
1999 entschloß sich Ratel eine Änderung vorzunehmen. Die bisherige GT1 wurde gestrichen und die bestehende GT2 wurde zur neuen GT1 erklärt. Jetzt war die Dodge Viper, die ursprünglich 1996 in der GT1 war und dann freiwillig in die GT2 ging, wieder das Maß aller Dinge. Porsche GT2 gegen Dodge Viper war somit das Duell der GT1. In die neue GT2 rückten dann die Porsche GT3. Für die Zuschauer und Laien war das alles nicht so einfach zu verstehen. Ein Auto das GT2 hieß, fuhr in der GT1 und ein GT3 in der GT2.

Nachdem Dodge so ziemlich alles gewann, kam eine kleine englische Sportwagenschmiede auf den Gedanken doch mal wieder ihren alten Sportwagen, der bereits 1996 fuhr, aus der Versenkung zu holen. Somit tauchte der Lister Storm wieder auf. Man hatte früher Temperaturprobleme mit dem Lister, also entschloß man sich in die Karosserie einige "Luflöcher" zu schneiden. Da der Wagen meistens in schwarzer Lackierung fuhr, fiel das auch nicht sonderlich auf. Die FIA gab dem Lister eine Sondergenehmigung und von da an mischte der Lister kräftig mit.
Auch einige Ferrari-Freunde wollten wieder einen GT1 haben. Aber die Zeit des F40 war lange vorbei. Also nahm man den 550. Aber das Ferrari-Werk weigerte sich in den GT-Sport einzusteigen. Ursprünglich wollte man 1997 mit einem Werk-F50 einsteigen, aber irgendwie hatte man Wind davon bekommen, was Mercedes und Konsorten an den Start brachten und so wanderte das F50-Projekt gleich ins Museum.
Im Prototypen-Bereich wurde das Werk schwach und man baute den 333SP für die Kunden. Aber einen 550 sollte es nicht geben. Nachdem einige Kunden versucht hatten, einen 550 renntauglich zu machen, entschloß sich PRODRIVE (bisher erfolgreich im Rallye-Sport)auch einen neuen 550 zu bauen. Und der war ein voller Erfolg! Aber die Konkurrenz schlief nicht, Saleen kam mit dem V8-Renner, Corvette mit der C5 und Maserati mit dem MC12. Auch das Ferrari-Werk konnte dem Druck nicht standhalten und brachte den 575 für die Kunden heraus. Jetzt kam es zu einem Duell zwischen Prodrive-550 und Kunden-575. Und diesen Vergleich gewann eindeutig PRODRIVE !!!

Mittlerweile sind die GT1-Renner wieder so teuer und speziell geworden, daß jetzt wieder eine erneute Regeländerung für 2010 ansteht. Es werden wieder die GT1 eingestellt und die GT2 steigt wieder zur GT1 auf. Allerdings ist man sich noch nicht ganz klar, wie das "Unterhaus" besetzt wird. Die heutige GT3 bleibt wohl eigenständig. Die GT1 und GT2 werden sich anscheinend nach Hubraum unterscheiden. Aber einige Stimmen fordern schon eine einheitliche Klasse, sodaß die Zuschauer auch die Rennen besser verfolgen können. Was jetzt 2010 genau kommt, das ist noch nicht abgesegnet. Aber die FIA-GT wird es weiterhin geben...und wenn man sieht wieviele Hersteller sich in der heutigen GT3 tummeln: 12 Stück, dann ist dem GT-Sport eine gute Zukunft gewiß.
Die Sportwagen findet man heutzutage in der LeMans-Serie und ALMS. Dort sind es die Prototypen von Audi R10, Porsche Spyder, Acura, Peugeot 908, usw.

Für die MiniZ-Serie bin ich auf die FIA-GT gekommen, weil man hier relativ einheitliche Karosserien findet und so auch vergleichbare Fahrzeuge hat. Es wurden aber nicht nur FIA-GT-Fahrzeuge, sondern auch Fahrzeugtypen der BPR- und japanischen GT-Serie zugelassen.
Ansonsten hätten wir doch wieder nur ein Gr.C-Feld von MiniZ gehabt.


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(im Original von Bros)

Vereinzelt auftretende Fehler in Rechtschreibung und Grammatik sind beabsichtigt
und zur allgemeinen Erheiterung des Lesers gedacht.
Wer Fehler findet, darf sie behalten! :D

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